Gelenksspiegelungen

Gelenksspiegelungen sind in den letzten Jahren zum Standard in der orthopädisch-medizinischen Versorgung geworden und haben die offenen Operationstechniken immer mehr verdrängt.
Auch bei uns im Regionalspital Surselva werden die neuesten Techniken und arthroskopischen Verfahren angewendet.

Schulter

Schulterinstabilität

Eine instabile Schulter ist meist die Folge eines Unfalles, durch welchen es zur Auskugelung des Oberarmkopfes aus der Gelenkpfanne kommt. Hier können arthroskopisch Fadenanker an die Vorderkante der Gelenkpfanne eingebracht und die abgelösten Weichteile wieder refixiert und rekonstruiert werden.
Nach einer solchen Operation folgt während 6 Wochen eine teilweise Ruhigstellung in einem Gilet-ähnlichen Verband, begleitend wird eine Physiotherapie durchgeführt. Bis zur vollen Wiederherstellung der Funktions- und  Sportfähigkeit dauert es etwa 6 bis 9 Monate.

Rotatorenmanschettenruptur

Vier halbkreisförmig um den Oberarmkopf angeordnete Muskeln, die Rotatorenmanschette ermöglichen die umfangreiche Beweglichkeit der Schulter. Die Muskelsehnen können durch Verletzungen oder durch altersbedingte Abnutzung Schäden und Risse erleiden, die je nach Ausmass des Schadens einen einschränkenden Kraftverlust  zeigen können.
Je nach Ausprägung und klinischen Beschwerden muss zwischen konservativer und operativer Therapie entschieden werden. Operativ wird die Versorgung mittlerweile bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr offen, sondern arthroskopisch oder, arthroskopisch unterstützt, durch eine sogenannte mini-open-Operation durchgeführt.
Mit Hilfe von Fadenankern wird die Sehne wieder an ihren Ursprungsort am Oberarmkopf refixiert.
Die Schulter muss für 6 Wochen mit einem speziellen Lagerungskissen so am Körper positioniert und ruhig gestellt werden, dass möglichst wenig Zugkräfte auf die rekonstruierte Sehne wirken. Die Physiotherapie wird zum Erhalt und Verbesserung der Beweglichkeit und Kraft über mehrere Monate eingesetzt. Die Arbeitsunfähigkeit ist abhängig von der Arbeitsbelastung und dauert von 4-6 Wochen bis zu 6 Monaten.

Schulterimpingement

Der Oberarmkopf ist von einem knöchernen Schulterdach überzogen, dazwischen  ziehen die Muskeln der Rotatorenmanschette. Dieser Zwischenraum kann aus verschiedenen Gründen zu eng werden, so dass die Muskeln eingeengt werden und zu einer schmerzhaften Entzündung führen. So nennt man das Schulterimpingement im Deutschen auch Engpass-Syndrom.
In den meisten Fällen kann man diese Erkrankung mit Physiotherapie, eventuell unterstützt durch eine einmalige lokale Spritze mit Kortison, erfolgreich behandeln. Bei erfolgloser konservativer Therapie würde eine arthroskopische Behandlung mit Entfernung der Entzündung und Vergrösserung des Zwischenraumes durch Abtragung von wenigen Milimetern Knochen vom Schulterdach durchgeführt werden.
Wichtig ist hier die postoperative physiotherapeutische Behandlung, die 3-6 Monate dauern kann. Mit einer Arbeitsunfähigkeit ist zwischen 2 und 6 Wochen zu rechnen.

Ellbogen

Ellenbogenarthroskopie

Die Ellenbogenarthroskopie ist zwar nicht so häufig notwendig, kann aber dann oft gute Verbesserungen von Krankheitsbildern bieten, so z.B. bei

  • Gelenksteife mit Lösung von Vernarbungen
  • Synovitis (Entzündungen im Gelenk) mit Entfernung des Entzündungsgewebes
  • freien Gelenkskörpern mit Entfernung derselben
  • beginnenden degenerativen Veränderungen (Früharthrose) mit "Ausputzen" des Gelenkes

Hüfte

Arthroskopisches Operieren am Hüftgelenk ist relativ neu. Erst in den letzten Jahren hat es hier grössere Erfahrungszuwächse weltweit gegeben, wobei die Frage der möglichen Erkrankungen, die hierdurch behandelt werden können und das Patientenspektrum, das hiervon profitieren kann, noch nicht genau geklärt sind. Behandlungsmöglichkeiten zeigen sich derzeit bei

  • Hüftengpassyndromen aufgrund von knöchernen Einengungen. Hierbei werden die einengenden Überstände abgetragen
  • Gelenksentzündungen/ Früharthrose. Hier wird eine "Gelenksreinigung" durchgeführt
  • freien Gelenkskörpern, die arthroskopisch entfernt werden können
  • Infektionen des Hüftgelenkes, wobei hier durch eine (evtl. mehrmalige) Spülung des Gelenkes die Keimzahl reduziert wird und das Antibiotika unterstützt wird.

Knie

Meniskusriss

Ein Schaden am Meniskus kann durch ein Unfallereignis auftreten oder auch abnützungsbedingt im Laufe eines Lebens auftreten, dann oft zusammen mit einer Kniegelenksarthrose. In den meisten Fällen muss dann ein arthroskopisches Vorgehen durchgeführt werden, um den Schaden zu beheben.
Eine Kniearthroskopie kann in den meisten Fällen hierbei ambulant durchgeführt werden mit Eintritt am Morgen und Entlassung am Nachmittag. Häufig muss der geschädigte Teil des Meniskus sparsam reseziert werden. Gelegentlich ist auch eine Naht möglich und zu empfehlen.
Die Nachbehandlungszeit variiert sehr und kann von 14 Tagen bis zu drei Monaten dauern. Die Arbeitsunfähigkeit beträgt bei teilweiser Resektion zwischen 2 und 4 Wochen, bei Naht bis zu drei Monaten.

Vorderer Kreuzbandriss

Es gibt kaum eine Verletzung, deren Behandlung kontroverser diskutiert wird unter den Spezialisten wie diese. Die Wahrheit liegt wie so oft auch hier in der Mitte. Eine konservative Therapie ist möglich, aber nicht immer erfolgreich, was auch für das operative Vorgehen gilt. Wichtig ist, für den jeweiligen Patienten das jeweils beste Behandlungsschema gemeinsam zu finden.
Das Vordere Kreuzband ist ein wichtiger Stabilisator im Kniegelenk. Eine Selbstheilung ohne Operation ist teilweise möglich, physiotherapeutisch wird zusätzlich an einer Stabilisierung des Gelenkes gearbeitet. Operativ wird arthroskopisch ein Ersatz des gerissenen Bandes durchgeführt, hierzu können Teile verschiedener Sehnen des eigenen Körpers verwendet werden.
Die Heilungsdauer ist langwierig, mit Sportfähigkeit kann erst wieder 6-9 Monate nach Unfall gerechnet werden. Die Arbeitsunfähigkeit beträgt, je nach Beruf und körperlicher Beanspruchung, zwischen 6 Wochen und 3 Monaten.

Arthrose

Die Arthrose bezeichnet eine Abnützung des Gelenkes, wobei vor allem der Knorpelüberzug betroffen ist. Eine arthroskopisches Debridement kann hier zeitweise eine Verbesserung der Beweglichkeit und Reduzierung der Schmerzhaftigkeit erbringen, wobei das Fortschreiten der Gelenksabnützung nicht vollständig aufgehalten werden kann.

Sprunggelenk

Vor allem am oberen Sprunggelenk kann ein arthroskopisches Vorgehen bei mehreren Krankheitsbildern angezeigt sein und eine Verbesserung der Schmerzen und/ oder der Beweglichkeit erbringen, so unter anderem bei:

  • Arthroseentwicklung nach schweren Sprunggelenksbrüchen
  • Knorpelschäden
  • Vorhandensein freier Gelenkskörper